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The Queen’s Gambit – Das Brettspiel

The Queen’s Gambit. Das Damengambit. Eine Erfolgsserie auf Netflix. Hey, mit dieser Lizenz könnte man doch ein Spiel herausbringen. Was ließe sich da entwickeln? Oh, Schach gibt es ja schon. Egal. Machen wir trotzdem: „The Queen’s Gambit – Das Brettspiel“. Ein Spiel wie Schach, nur ohne Würfel. Äh, nur ohne König. Und ohne Turm. Ohne Läufer. Ohne Springer. Und und ohne Bauern. Nur mit Damen. Jau! Und ehrlich: Es ist gar nicht so schlecht, wie man vermuten könnte.

Spielerisch gesehen. Optisch schon. Denn das Brettspiel ist hässlich. Die Farben der vier Spielfiguren, der vier Damen, sollen möglicherweise an die 1950er und 1960er Jahre erinnern. Aber eben nicht schön. Glücklicherweise müssen wir sie uns auch nicht lange angucken. Eine Partie „The Queen’s Gambit“ dauert nur rund eine Viertelstunde. Eine Zeitspanne, in der richtige Schachspieler mitunter nicht einmal ihre Überlegungen für den nächsten Zug abgeschlossen haben. Weil sie eben nicht nur eine Möglichkeit durchspielen, sondern viele.

Schlagen ist bei The Queen’s Gambit tabu

Vorausschauend agieren wir auch im Damengambit-Brettspiel. Wir treiben unsere Damen über das Spielfeld, um dort zu Beginn der Partie abgelegt Chips einzusammeln. Punktechips. Manche bringen drei Punkte, andere bis zu acht. Ziehen wir auf ein Feld mit einem Chip, kassieren wir ihn ein. Damit wird das Schlagen gegnerischer Figuren simuliert. Gegnerische Damen sind jedoch tabu. Damen? Plural? Ja, bis zu vier Beths – so der Name der Protagonistin in der Serie – können mitmachen.

So wie Beth in der Serie Partien in Gedanken durchspielt, müssen auch wir planen. Und unsere Züge programmieren. So müssen wir immer schon drei Züge weiter denken. Die Programmierung durch Karten gibt dabei nicht den exakten Zug vor, sondern nur die Zugweise. Geradeaus wie ein Turm. Diagonal wie ein Läufer. Hopsend wie ein Pferd. Oder wie eine Dame. In der Theorie planen wir eine Zugfolge, mit der wir die lukrativsten Plättchen abräumen. In der Praxis durchkreuzen die gegnerischen Figuren das Vorhaben. Insofern wir nicht selbst vergessen haben, welche Karte wir vor drei Zügen in die verdeckte Programmierungskette gelegt haben. Denn zwischendurch nachgucken ist nicht erlaubt. So müssen wir manchmal wie ein Springer ziehen, obwohl ein diagonaler Durchmarsch besser wäre. 

Wenn das Hirn nicht mehr richtig mitspielt

Chaos-Schach? Manchmal mag es sich so anfühlen. Insbesondere mit zunehmender Dauer, wenn das Hirn nicht mehr verlässlich mitspielt und auch die Kartenauswahl zunehmend eingeschränkt ist. Doch in Summe sind hier Serie und Schach eine einwandfrei funktionierende Bindung eingegangen.

The Queen‘s Gambit – Das Brettspiel

  • Mixlore
  • Rebecca Bleau und Nicholas Cravotta
  • 2 bis 4 Personen
  • ab 12 Jahren
  • 15 Minuten
  • Jahrgang 2021
  • Spielanleitung

Meine Einschätzung: ★★☆☆☆ (ordentlich)

Veröffentlicht in Spiele für alle ★★☆☆☆ (ordentlich)

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