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Dorfromantik – Das Brettspiel

Dörfer, Wälder, Felder – die Landschaft bei „Dorfromantik“ entführt uns in eine Ära, als Windmühlen und Dampflokomotiven das Maß der technologischen Entwicklung waren. Hier schlängelt sich ein Fluss, dort werden erste Schienenstränge verlegt. Allzu romantisch kommt das kooperative Legespiel optisch zwar nicht daher, aber es romantisiert entschleunigte Zeiten. Gut für den Ruhepuls.

Dorfromantik ist ein Sechseckplättchen-Puzzle

Plättchen für Plättchen erweitern wir unsere Landschaft. Flüsse und Bahnstrecken müssen passend fortgeführt werden, ansonsten gibt es keine Einschränkungen. Hauptsache das neue Sechseck grenzt an mindestens eine Kante eines schon gelegten Plättchens. Durch die Puzzelei entstehen über mehrere Teile zusammenhängende Gebiete: eben Dörfer, Felder, Wälder.

Aber Dorfromantik ist eben auch mehr als ein Puzzle. Neben den normalen Plättchen werden Aufgabenplättchen verbaut. Drei von ihnen sind immer aktiv. Sie geben vor, aus wie vielen Plättchen ein Wald, ein Feld, ein Dorf, ein Fluss, eine Bahnstrecke bestehen muss. Und zwar exakt. Mal sind es vier Teile, mal fünf, mal sechs. Ist eine Aufgabe erledigt, wird die nächste aufgedeckt und in die Landschaft integriert. Ganz einfach.

Toll, wenn die Aufgaben innerhalb einer Kategorie in der Reihenfolge gezogen werden, die der aufsteigenden Zahlenfolge entspricht. Erst ein Viererfluss, dann ein Fünfer, schließlich ein Sechser. Das sorgt für Tischromantik. Kniffliger wird es, wenn sie in genau umgekehrter Reihenfolge auftauchen. Dann könnten am Ende die Plättchen knapp werden …

Eine Kampagne mit immer neuen Erfolgen

Unser Ziel ist es, möglichst alle Aufgaben zu erfüllen. Das bringt Punkte. Punkte, die in Erfolgsschritte umgerechnet werden. Schritte, die wir am Ende auf dem Kampagnenblatt eintragen.

Haben wir genügend Schritte beisammen, spielen wir Erfolge frei. In fünf zunächst verschlossenen Schachteln wartet Zusatzmaterial darauf, entdeckt und in das Spiel integriert zu werden. Neue Aufgaben, schwierigere Aufgaben. Die Komplexität steigt allmählich an – ganz behutsam.

Mit neuen Plättchen und neuen Aufgaben sind immer neue Punktrekorde möglich. Das hält die Motivation hoch. Insbesondere in diesem Punkt zeigt sich, wer der geistige Vater von „Dorfromantik – Das Brettspiel“ ist: das Computerspiel „Dorfromantik“. Dieses wurde vom Berliner Studio Toskana Interactive entwickelt und gewann beim Deutschen Computerspielepreis 2021 in den Kategorien „Bestes Gamedesign“ und „Bestes Debüt“.

Das Brettspiel zog im Juli 2023 nach und wurde als „Spiel des Jahres 2023“ ausgezeichnet. Wie das digitale Vorbild, kann ich auch den analogen Vertreter wunderbar allein spielen. Plättchen umdrehen, platzieren, nächstes Plättchen. Kommen weitere Mitspieler hinzu, ändert sich nicht viel – außer dass man nun gemeinsam nach den besten Plätzen für die Plättchen suchen kann. Was sich als Vorteil erweisen kann, wenn die Auslage immer größer wird. Vier oder sechs Augen sehen mehr als zwei.

Dorfromantik, das Wohlfühlspiel

Vor allem die neuen Aufgaben sind es, die den Reiz von „Dorfromantik“ ausmachen. Das durchbricht die Eintönigkeit des Puzzelns eines schon mal gepuzzelten Puzzles und bringt immer wieder kleine neue Herausforderungen hervor. So dezent, dass es auch heißen könnte: „Dorfromantik – das Wohlfühlspiel“.

Dorfromantik – Das Brettspiel

Meine Einschätzung: ★★★☆☆ (gut)

Spielekenner auf Instagram

Veröffentlicht in Spiele für alle ★★★☆☆ (gut)

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