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Gap

Warum mir dieses Spiel gefällt, kann ich nur schwer erklären. Es ist mehr Bauch als Kopf. Die Einflussmöglichkeiten bei „Gap“ scheinen begrenzt. Bei der letzten Karte tauchen sie gar in die reine Zufälligkeit ab. Der Unterschied zwischen zehn und minus fünf Punkten kann am Ende allein von der Kartenauslage abhängen. Werde ich hier nur gespielt? Oder steckt doch mehr drin?

Gap beschenkt uns mit Emotionen

Ich spiele es immer wieder, weil ich eben doch nicht allein an den Zufall glauben mag. Sondern weil ich darauf vertraue, meine Kartenhand richtig zu lesen. Weil ich darauf baue, mich eben nicht in eine Schicksalsposition zu manövrieren. Oder doch lieber auf Risiko gehen? „Gap“ verlangt an sich einfache Entscheidungen und beschenkt uns mit Emotionen. Nun aber im Detail:

Ich sammle Zahlenkarten, von denen in bis zu fünf Farben die Ziffern von 0 bis 9 im Spiel sind. Am Ende eines Durchgangs bringt mir jede Karte meiner besten Farbe einen Punkt. Habe ich mehrere beste Farben, zählen all diese Karten mit. Subtrahiert werden die Karten meiner schlechtesten Farben. Oder Farben. Einfache Rechnung: Von jeder Farbe zwei Karten -> 10 Punkte. Toll! Von einer Farbe drei Karten und von vier Farben zwei Karten -> minus 5 Punkte. Riesenmist! Die Lücke, das Gap, macht die Ausbeute aus.

Gap – so funktioniert das Spiel

Wie komme ich bei „Gap“ an Karten? Mindestens vier Karten liegen in der Auslage. Spiele ich eine Zahl aus, die in der Mitte liegt, erhalte ich all diese Karten – inklusive der ausgespielten. Liegt die Zahl nicht in der Mitte, kriege ich jeweils eine um eins niedrigere und eine um eins höhere Karte – wenn jeweils vorhanden. Plus meine eigene. Gibt es weder identische noch Nachbarzahlen in der Auslage, lege ich meine Karte einfach dazu – und erhalte selbst nichts.

Meine Kartenhand gibt mir Hinweise, wie ich einen Durchgang angehen könnte. Beim Blick auf meine Zahlen wird schon deutlich, welche Karten ich niemals kriegen kann. Eine Farbe lang sammeln? Das ist der sichere Weg, um zumindest ein paar Punkte zu ergattern. Oder versuchen, mehrere beste Farben zu bekommen? Das kann auch schiefgehen. Klar ist nur: Ich kenne meine Ausgangslage, Handkarten werden nicht nachgezogen.

Die Auslage in der Mitte verändert sich schnell. Ich kann in der Regel nur situativ reagieren. Karten sammeln, die zu meinen Handkarten passen könnten. Diese Handkarten durchbringen. Da jede Karte nur einmal im Stapel ist, geben mit die Auslagen der anderen zumindest Hinweise, welche Karten noch im Spiel sind. Wenn ich eine gute Kombi abstaube, stimme ich siegessichere Töne hat. Hat mir der Vorgänger mal wieder die Wunschkarte vor der Nase weggeschnappt, lamentiere ich. Und das noch viel lauter, wenn beim Auffüllen der Auslage plötzlich Karten auftauchen, die ich dort überhaupt nicht haben wollte.

Was Gap auszeichnet

Dieser Wechsel aus Glücksgefühl und Machtlosigkeit zeichnet „Gap“ aus. Zumal ich bei meiner letzten Handkarte überhaupt nichts mehr ausrichten kann. Sie kann zu einer idealen Sammlung führen. Oder aber auch zum Desaster. Nun gut, ein Durchgang darf ruhig mal scheitern. Am Ende mehrerer Runden gewinnt, wer zuerst eine vorher festgelegte Punktzahl erreicht.

Gap

  • Funbot
  • Frank Noack und Rico Besteher
  • 2 bis 6 Personen
  • ab 7 Jahren
  • ab 20 Minuten
  • Jahrgang 2022

Meine Einschätzung: ★★★☆☆ (gut)

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Veröffentlicht in Spiele für alle ★★★☆☆ (gut)

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