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Color Brain

Ja, stimmt! Die Punktewertung bei „Color Brain“ ist nicht unbedingt das Weiße vom Ei. Aber das kuntereinfarbige Ratespiel, bei dem ausschließlich nach Farben gefragt wird, hat andere Qualitäten. Und um die soll es hier gehen. Keine Graumalerei, hier schaue ich vornehmlich durch die pöppelrote Brille.

Antworten mit Farbkarten

Außergewöhnlich an „Color Brain“ ist: Jeder hat die richtige Antwort oder – Plural – die richtigen Antworten auf der Hand. Als Farbkarten. Man muss nur die passenden auswählen. Beispiel: Aus welchen vier Farben besteht die brasilianische Flagge? Wer jetzt seine purpurnen Zellen anstrengt, wird die grüne, die weiße, die gelbe und die blaue Karte verdeckt vor sich ablegen. Ernsthaft jetzt! Haben alle eine Entscheidung getroffen, werden die Karten aufgedeckt. Wer ins Smaragdgrüne getroffen hat, erhält so viele Punkte, wie Spieler beim Aufdecken der Lösung ihr feuerrotes Wunder erlebt haben. Nächste Frage, bitte!

Color Brain

Wie viele Farben sind gesucht?

Oftmals werden nur ein oder zwei Farben gesucht, mitunter aber auch acht. Etwa: Welche Farben haben die Kugeln beim Snooker? Die Zahl der gesuchten Farben steht immer auf der Fragekarte. Niemandem müssen orangefarbene Haare wachsen, nur weil ihm auf eine offene Frage keine Antwort einfällt. Noch nie war das Raten so einfach wie hier. Und wer gar keine Ahnung hat, nutzt den Farbkopierer. Diese Karte erlaubt es einmal in einer Partie, die Farbe einer von einem Mitspieler ausgespielten Karte zu kopieren. So wird einem die Lösung mitunter auf dem Bronzetablett serviert.

Color Brain

Eine blaugelbgemischte Welle

Zum Generationenspiel wird Color Brain durch die Auswahl der Fragen. Mal muss man die Farben des „Fortnite“-Logos wissen, mal den Sänger des Schlagers „Schön ist es auf der Welt zu sein“ kennen. Mal die Farben der Symbole auf einem Playstation-Controller benennen, mal die zwei Farben der Schlumpf-Kleidung erinnern – inklusive Papa Schlumpf. Die Themen sind uni gemixt, die insgesamt 300 Fragen teils einfach, manchmal knifflig und immer wieder kreativ ausgedacht. Wer eine gute Allgemeinbildung mit trashigen Einflüssen hat, wird hier schnell eine blaugelbgemischte Welle erwischen. Los geht’s!

Color Brain
Die Punkte werden mit einem vierfarbigen Buntstift markiert.

Wer ist ein Color Brain?

Wer sich schon einmal warm spielen möchte, kann sich an den folgenden (nicht im Spiel enthaltenen) Fragen für Spielekenner versuchen.

Welche Farbe hat oder welche Farben haben …

  • der Siegerpöppel Kinderspiel des Jahres (4 Farben gesucht)?
  • die kleinen Holzklötzchen in „Pictures“, dem Spiel des Jahres 2020 (8)?
  • die Spielscheiben in „Nova Luna“ (4)?
  • die Gebäude in „My City“ (4)?

Na, wer muss die zitronengelbe Flagge hissen?

Da war doch noch was …

Ach, dann doch noch eine Anmerkung zur Wertung. Wenn alle Mitspieler eine Frage richtig beantworten, erhöht sich der Punktepot um eins. Das setzt sich solange fort, bis mindestens ein Spieler danebenliegt. So kann es vorkommen, dass der Pot auf vier, fünf, sechs oder noch mehr Punkte anwächst. Werden diese dann verteilt, kommt das oft einer Vorentscheidung gleich. Das sorgt einerseits dafür, dass sich das Spiel nicht in die Länge zieht, fühlt sich andererseits aber auch ungerecht an. Besser ist es, ohne Pot zu spielen. Oder diesen zumindest zu begrenzen. Oder man spielt „Color Brain“ einfach eine vorab festgelegte Zahl an Fragen ohne die Pot-Regel.

Hinweis: Dieser Text ist zuerst bei Spiel des Jahres veröffentlicht worden.

Color Brain

Color Brain Schachtel
  • Game Factory
  • Tristan Williams
  • 2 bis 12 in 2 bis 4 Teams
  • ab 12 Jahren
  • 20 Minuten
  • Jahrgang 2019
  • Spielanleitung

Meine Einschätzung: ★★★☆☆ (gut)

Veröffentlicht in Spiele für alle ★★★☆☆ (gut)

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