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Hadara

Der Aufstieg von einer kleinen Siedlung zu einer Hochkultur hat Struktur. Zwar ist es prinzipiell egal, aus welchen Personen und Bauwerken sich das eigene Reich am Ende zusammensetzt. Aber der Weg dorthin fällt in „Hadara“ (Hans im Glück) dank eines klaren Spielablaufs leicht – zumal eine praktische Übersicht jederzeit klar aufzeigt, welche Aktionen als nächstes anstehen. Vorbildlich! Starten wir also in den von Benjamin Schwer konstruierten kartenbasierten Zivilisationsaufbau.

Hadara und die Farben

Ziel eines jeden Spielers ist es, mit seinem Reich die meisten Punkte zu erzielen. Basis dafür sind Epochenkarten. Jede einzelne hat noch einen oder zwei Zusatzeffekte: Gelbe etwa erhöhen vornehmlich das Einkommen, rote stärken das Militär. Blaue sorgen vorwiegend für kulturellen Fortschritt, grüne liefen Nahrung. Jeder Zuwachs in einem dieser Bereiche wird auf der zugehörigen Leiste abgetragen. Spielgeschichtlich: ein klassisches Element.

Hadara

Kriegerisch veranlagte Herrscher können zunehmend lohnendere Kolonien plündern – oder sich mit ihnen verbünden. Kulturinteressierte sammeln direkt ohne Umwege reichlich Siegpunkte und dürfen Büsten meißeln, die Schwächen an anderer Stelle aufhübschen. Nahrung sollte nie knapp werden, denn jede Karte, die am Ende einer der drei Epochen „hungern“ muss, fliegt aus dem Geschichtsbuch. Und Einkommen? Dringend nötig! Zumal die Preise für silberne und goldene Siegel als Siegpunkttreiber der Inflation unterliegen. Und schließlich kostet jede neue Karte Geld.

Verstärkungen zum Nulltarif

Zum Glück gibt es Rabatt, um den Fortschritt zu beschleunigen. Jede schon im Reich vorhandene Karte einer Kategorie verbilligt jede neue Karte dieser Farbe um eine Einheit. Wer sich spezialisiert, greift Verstärkungen schon mal zum Nulltarif ab. In vernachlässigten Kategorien indes werden manche Karten unerschwinglich. Als Ausweg bleibt, statt eine neue Karte für die eigene Auslage zu kaufen, diese abzuwerfen – und dafür ein Almosen zu bekommen. Immerhin. Niemand wird eine komplette Partie lang ohne diese Option auskommen. Ärgerlich ist es, wenn man zum falschen Zeitpunkt blank ist.

Hadara

Parallel ablaufende Fortschritte

Je mehr Spieler teilnehmen, desto lukrativer erscheinen Extremtaktiken, die vor allem auf eine Kartenfarbe setzen. Das liegt daran, dass in größeren Runden mehr Karten jeder Farbe im Einsatz sind. Auf die Spielzeit indes wirkt sich die Spielerzahl kaum aus, denn der Mechanismus, der die Kartenauswahl vorgibt, setzt auf Gleichzeitigkeit. Zumindest im ersten Abschnitt einer Epoche. In diesen Momenten ahmt Hadara – wenn auch nur unterschwellig – die Entwicklung von Kulturen wunderbar nach, denn Fortschritte laufen parallel ab, nicht nacheinander. 

Hadara

Jeder zieht zwei Karten der ihm just in diesem Zug zugeordneten Farbe, wählt eine aus und legt die andere offen auf die farblich passende Ablage. Das macht jeder mit jeder Farbe. Im zweiten Abschnitt werden die zuvor abgelegten Karten verteilt – nun allerdings reihum. Jeder sucht von einem beliebigen Stapel eine der obersten Karten aus, dann ist der nächste dran – solange, bis alle Karten der Epoche vergeben sind. Schön schnörkellos!

Die Hadara-Struktur

Oder wie die Übersichtskarte beweist: klar strukturiert. Karte anwerben, Einkommen erhalten, Militärstärke ausspielen, Büste meißeln, noch eine Karte anwerben, wieder Einkommen erhalten, wieder Militärstärke ausspielen, noch ein Büste meißeln, Volk versorgen, nächste Epoche. Das Gefühl, eine Zivilisation aufzubauen, kommt dabei freilich nicht auf. Hadara verlangt vielmehr, ohne allzu große Interaktion Kartensammlungen, Zahlenleisten und das Geldvermögen zu managen. Trockene Geschichte? Nein, schöne Mathematik!

Hadara

  • Hans im Glück
  • Benjamin Schwer
  • 2 bis 5 Spieler
  • ab 10 Jahren
  • 45 bis 60 Minuten
  • Jahrgang 2019
  • Spielanleitung

Meine Einschätzung: ★★★☆☆ (gut)

Veröffentlicht in Kennerspiele ★★★☆☆ (gut)

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