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Fantastique

Die Sommer-Neuheit von Amigo Spiele passt in die Zeit – leider. Die Erwärmung des Klimas hat im Juli und August 2026 für Rekordtemperaturen in Europa und insbesondere in Deutschland gesorgt. Allerorten ist das Verlangen nach Abkühlung gewachsen. Diesbezüglich kann das Kartenspiel Fantastique weiterhelfen. Denn schließlich wird es zu unserer Aufgabe, Fächer zusammenzustellen. Neben einem frischen Lüftchen schenkt es uns aber vor allem eine gute Zeit am Spieltisch.

Fantastique

Der Reiz von Fantastique manifestiert sich darin, dass ich beim Ausspielen von trapezförmigen Karten zwei Ansprüchen genügen möchte. Erstens: Wer den größten Fächer präsentiert, also die größte Anzahl von Karten derselben Zahl auslegt, erhält die meisten Punkte in dieser Runde. Und zweitens: Wer die Karte(n) mit der größten Zahl gewählt hat, darf als Erster neue Karten aus der Auslage nehmen – und hat folglich die besten Optionen, seine Kartenhand zu stärken. Daraus entwickelt sich über sieben Runden lang ein taktisches Abwägen darum, wann es die beste Zeit ist, große Sammlungen oder hohe Zahlen auszuspielen.

Was bei Fantastique verboten ist

Generell gilt: Ich darf nur Karten mit derselben Zahl ausspielen, davon aber beliebig viele. Es ist lediglich verboten, eine bereits ausliegende Kombination zu kopieren. Es muss also stets sichergestellt sein, wer einen Gleichstand bei Kartenanzahl oder Zahlenwert gewinnt. Nämlich die Person, deren Kombination den höheren Wert hat beziehungsweise aus mehr Karten besteht.

Fantastique

Insbesondere in den ersten Runden erscheint es mir bei Fantastique weniger wichtig zu sein, die Medaillenkarten einzusacken; es gibt sie in Gold, Silber und Bronze für die jeweils drei Besten. Denn der Wert der Belohnungen ist anfangs noch recht gering, steigt aber mit jedem Durchgang an. In Runde sieben kann ich beispielsweise mehr Punkte erzielen als in den ersten beiden Durchgängen zusammen. Um aber genau dann, wenn es um die hochwertigen Medaillen geht, breit auffächern zu können, braucht es die ersten Runden zur Vorbereitung.

Was mich bei Fantastique zum Umdenken zwingt

Ich mag die Aufgabe, meine Kartenhand kontinuierlich für die Vergleiche in der heißen Phase der Partie vorzubereiten. Und ich mag die zwei Umstände, die mich immer wieder zum situativen Umdenken zwingen. Erstens: Das Angebot zur Ergänzung der Kartenhand variiert, denn beim zufälligen Bestücken der offenen Auslage werden Karten mit derselben Zahl gruppiert. Mitunter liegen da nur fünf einzelne Karten mit unterschiedlichen Werten. Was nicht so attraktiv ist. Manchmal locken aber auch drei Sechsen oder drei Achten. Wenn ich eine Chance sehe, diese zu ergattern, sollte ich entsprechend ausspielen. Sehe ich die Chance nicht, könnte es zumindest mit einem großen Fächer aus kleinen Werten auf Gold gehen.

Fantastique

Zweitens: Eine Partie gipfelt in einer finalen Medaillenvergabe, in der die verbliebenen Handkarten alle Mitspieler verglichen werden. Wer in Bezug auf die zu Beginn festgelegten Fächerwertung nun am besten abschneidet, kann 20 zusätzliche Punkte gewinnen. Mal geht es darum, die meisten Karten mit einer Eins, Zwei oder Drei auf der Hand zu haben. Oder aber wir vergleichen die Anzahl der Handkarten, reduziert um die Anzahl der eigenen Karten mit dem am häufigsten vorkommenden Wert. Wie auch immer: Diese Grande-Finale-Wertung beeinflusst das taktische Verhalten in den Runden zuvor und sorgt dafür, dass sich Partien unterschiedlich anfühlen.

Fantastique

Weniger gelungen ist die Verlagsempfehlung, Fantastique zu zweit zu spielen. Ein Duell empfinde ich als langweilig. Denn dieses Spiel hat durchaus Stichspielcharakter – und das bedeutet, dass für die hinten sitzende Person alle wichtigen Informationen offenliegen; sie kann entsprechend so reagieren, wie es für sie am besten ist, ohne unnötig hoch ins Risiko gehen zu müssen. Und im Spiel zu zweit gilt das eben für jeden zweiten Zug. Je mehr Leute am Tisch sitzen, desto spannender erlebe ich die Partien. Deshalb ziehe ich es nur dann aus dem Regal, wenn wir zu viert oder zu fünft sind – und das durchaus auch jetzt im Herbst oder im kommenden Winter, wenn die Temperaturen gar keine Fächer erfordern.

FantastiqueAmigo Spiele | Trevor Benjamin, Brett J. Gilbert | 2 bis 5 Personen | ab 8 Jahren | 25 Minuten | SpielanleitungMeine Einschätzung: ★★★ (gut)

Fantastique

Veröffentlicht in Rezensionen Spiele für alle ★★★☆☆ (gut)

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