Kakerlakak

Rezension Spielkritik Kakerlakak Ravensburger Peter-Paul Joopen

Ich liebe meine Kinder. Und ich liebe es zu spielen. Aber nicht immer bleibt die Zeit, um mit meinen Kindern zu spielen. Das findet vor allem mein fünfjähriger Sohn ziemlich doof. Aber er kennt Alternativen: „Dann spiele ich eben gegen mich selbst“, sagt er und dreht Messer, Gabel und Löffel wieder in eine Startaufstellung. Nach den vorangegangenen Partien „Kakerlakak“ hat er immer noch nicht genug von dieser Ungezieferjagd. Ich bin noch nicht ganz heraus aus dem Raum, da ruft er: „Oh nein, ich habe einen Fehler gemacht. Jetzt hat der andere gewonnen.“ Knuffig, dieser Knirps. Auf die Robo-Kakerlake trifft diese Eigenschaft natürlich nicht zu. Aber immerhin sorgt das batteriebetriebene Krabbeltierchen für tollen und kurzweiligen Spielspaß.

Kakerlakak1Mit sein zwölf Gummibeinen gleicht der auch einzeln im Handel verfügbare „Hexbug Nano“ in seiner Anatomie zwar nicht dem biologischen Vorbild, doch das macht nichts. Genauso wenig wie die Tatsache, dass der Mini-Roboter in Wirklichkeit auch nicht krabbelt, sondern sich aufgrund von Vibrationen vorwärts bewegt. Ein Hoppel- statt Krabbeltier also. Stößt die Kakerlake gegen ein Objekt, ändert es die Richtung. Eine Fähigkeit, die bei „Kakerlakak“ dafür sorgt, dass die Schabe umherirrt: in einem Labyrinth aus insgesamt 24 drehbaren Besteckteilen. Wer Messer, Gabel und Löffel richtig ausrichtet, lenkt den durchaus flinken und ratternden Quälgeist in seine der bis zu vier offenen Fallen am Rand des Labyrinths. Und genau das ist das Ziel.

In aller Ruhe nur den Weg freizumachen, das wäre kein Problem. Auch nicht für Vorschulkinder. Doch bei „Kakerlakak“ ist Tempo im Spiel. Wegen des Mini-Roboters. Aber auch, weil der aktive Spieler immer wieder aufgefordert wird, schnell seinen Zug auszuführen. Schließlich will der nachfolgende Spieler die günstige Bewegungsrichtung des Insekts ausnutzen. Oder aber fix noch den freien Weg in die Falle eines Mitspielers versperren. Allerdings herrscht hier keine freie Besteckwahl. Ein von Zug zu Zug weiterzugebender Würfel bestimmt, ob ein Messer, eine Gabel oder ein Löffel gedreht werden darf. Nur das Fragezeichen erlaubt alle Optionen. Aber welcher Zug ist der beste?

Kakerlakak2In der Hektik, die Kakerlake und drängelnde Mitspieler verbreiten, drehen die Spieler nicht selten den falschen Löffel. Plötzlich läuft das Biest in die Falle eines anderen Kammerjägers. Jüngere Kinder neigen dazu, stets direkt bei der Kakerlake ein Besteckteil zu drehen (und quetschen die Schabe schon mal zwischen Messer und Gabel ein). Gewiefte Kakerlakenjäger bringen das Labyrinth allmählich in eine für sie günstige Stellung. Zumindest glauben sie es zu tun, denn die Konstellation auf dem Spielplan ändert sich quasi sekündlich.

Wie die Taktik letztlich aber auch ist: Alle gemeinsam bangen, bibbern und fiebern mit. In welche Falle wird das Tierchen wohl hineinfallen? Ein Aufstöhnen, wenn der Hexbug kurz vorm Ziel die Richtung wechselt. Ein Juchzen, wenn der Vordermann zum unfreiwilligen Helfer wird. „Kakerlakak“ bringt einfach Stimmung in die Bude. Eine Runde dauert kaum länger als ein oder zwei Minuten. Dann geht es wieder von vorne los. Wer als Erster fünf Belohnungschips für gefangene Kakerlaken hat, gewinnt. Wie mein Sohn, der sich am Ende doch nicht von sich selbst unterkriegen ließ.

Kakerlakak Ravensburger

Kakerlakak (Ravensburger) von Peter-Paul Joopen ist für 2 bis 4 Spieler ab 5 Jahren. Bewertung: Im Spielzimmer (++o)

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